Nicht nur nach einer Operation haben Menschen Schnittwunden. Diese kann man sich bei den verschiedensten Gelegenheiten zuziehen. In der Küche, beim Hantieren mit scharfen Messern, geschehen hier die meisten Unfälle, die nicht selten in der Unfallchirurgie behandelt werden müssen. Ein falscher Griff mit einem Blatt Papier ruft ebenfalls schmerzhafte Schnittverletzungen hervor. Waldarbeiter, Hobbygärtner und Bauarbeiter können ein Lied davon singen, wie gefährlich Sägen, ob nun motorisiert oder nicht, sein können. Tiefe Verletzungen, bis hin zur unfreiwilligen Amputation von Gliedmaßen gibt es immer wieder in den Unfallabteilungen der Krankenhäuser.
Was wurde verletzt?
Bei tieferen Schnittverletzungen muss der Unfallchirurg überprüfen, ob sich tiefergehende Verletzungen hinter dem Schnitt verbergen. Nicht nur – teilweise oder ganz – abgetrennte Gliedmaße können durch Schnitte passieren. Auch Sehnen- oder Bänderverletzungen, Einschnitte in Muskeln oder Gelenkkapseln werden immer wieder festgestellt. Es gilt genau herauszufinden, was genau verletzt ist. Eventuell ist dann eine Operation nötig, bei der betroffenes Gewebe wieder zusammengenäht wird.
Klammern, Pflastern oder Nähen?
Ob eine Schnittverletzung weiter behandelt werden muss, entscheidet die Tiefe und Größe des Schnitts, aber auch der Blutverlust. Eine kleinere, jedoch stärker blutende Schnittwunde wird wahrscheinlich aber nicht genäht, sondern „getaped“, also mit kleinen Pflasterstreifen zusammen gehalten – wie auch bei kleineren Platzwunden der Fall. Je tiefer eine Wunde ist, umso wahrscheinlicher wird es, dass eine Naht oder einige Klammern gesetzt werden.
Schmerzen und Heilungsprozess bei Schnittwunden
Selbst ein kleiner Ritz im Finger kann, meistens am nächsten Tag, ziemlich schmerzen. Größere Wunden werden demzufolge auch nicht schmerzfrei bleiben. Entzündungen nach frischen Schnittwunden sind eigentlich eher selten, da das Blut eventuelle Bakterien und Schmutz aus der Wunde schwemmt. Kommt allerdings die noch nicht verheilte Wunde mit Wasser in Kontakt oder wird anderweitig mit Keimen verunreinigt, sind Eiterbildung und Wundheilungsstörungen keine Seltenheit.
